Kaffee - eine Liebeserklärung

Niemand ist eine Insel. Alle sind wir gleich. Zumindest Montag morgen oder kurz nach der Mittagszeit oder zum Kuchen oder samstags in der Stadt oder nach einem hervorragenden Essen oder, oder, oder - es ist der Griff bzw. der Wunsch nach einer Kaffeespezialität. Das heiß-dunkle Kulturgut ist - seit seinem ersten Auftreten auf der Europäischen Bühne - ein gern gesehener Gast zu Tisch. So manches Land würde ohne die Frucht der Kaffeefrucht wohl in eine landesweite Depression verfallen und von den Folgen für die Volkswirtschaft möchte man gar nicht anfangen. Kaffee ist nicht nur ein hochgradig leckeres Genussmittel, ist der Frische-Kick für müde Gehirnzellen und der letzte Hoffnungsstrohhalm in den Prüfungsphasen von Studierenden und Meisterschülern; Kaffee ist ein hochspannendes Lebensmittel, über das es viele Anekdoten und auch das ein oder andere wissenschaftliche Bonmot zu berichten gibt. Also hoch die Tassen und Vorhang auf für eine kleine Runde Kaffee-Klatsch.
 

Eine kurze Kaffee-Geschichte

Die Wiege des heutigen Kaffee-Genuss steht (glaubt man einer der vielen Mythen und Legenden um den Kaffee) in Afrika, genauer gesagt in Äthiopien. Glaubt man der Sage, so wunderten sich Mönche irgendwann um das Jahr 850, wegen der quicklebendigen und ausgesprochen agilen Ziegen, die man im und ums Kloster hielt. Man beobachtete das Getier und stellte fest, dass die Vierbeiner an einer bisher unbeachteten Kirschfrucht naschten. Nachdem die Mönche diese Früchte probierten und vom bitteren Geschmack der Frucht schockiert waren; ergab Zufall oder vielleicht auch göttliches Eingreifen, die erste Kaffeeröstung der Erde. Die bitteren Früchte wurden aus Frust und Überraschung dem Feuer übergeben und nach kurzer Zeit roch es im gesamten Kloster unerhört gut nach Kaffee. Aus den fertig gerösteten Bohnen (den Kernen der Kaffeekirschen) wurde ein Sud gebrüht, das es den Mönchen ermöglichte länger fit zu bleiben und auch die Nachtmessen und Gebete mit wachem Geist zu vollziehen.

Ebenso legendär ist die Kaffee-Sage von Wien. Auch wenn der erste Sack Kaffee schon um das Jahr 1620 in Europa eingeführt wurde (selbstverständlich aus dem arabischen Bereich, in dem es seit dem Jahre 1554 den ersten Kaffee-Ausschank gab), so sind die Wiener Kaffee-Säcke doch legendär. Man schrieb das Jahr 1683 und das osmanische Heer musste die Belagerung Wiens ziemlich ungeplant abbrechen. In den Heerlagern fand sich eine Vielzahl an Kaffee-Säcken, die bei der Flucht des Türkischen Heeres einfach zurückgelassen wurden.

Ein polnischer Geschäftsmann und eine Stadt, die nach Zerstreuung suchte, waren der Beginn der Wiener Kaffeehaus-Kultur und Wien wurde der erste Europäische Brückenkopf, von dem die Kaffeewelle nach Europa hereinbrach.
 

Wo der Kaffee Zuhause ist

Was haben Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Äthiopien, Peru, Indien, Guatemala und Uganda gemein? Sie sind auf der Liste der größten Kaffeeproduzenten dieses Erdballs. Alle zehn Länder liegen im sogenannten Coffee-Belt. Dieser Kaffee-Gürtel ist eine Klimazone rund um den Äquator, welcher die perfekten klimatischen Bedingungen für die Kaffee-Kirsche bietet.
Der Kaffee-Baum (oder Strauch) braucht gleichbleibende Klimabedingungen ohne große Schwankungen besonderer Hitze und Sonne. Zwischen 18° und 25° Celsius ist die Top-Temperatur für den Baum. Kaffee verträgt keine Temperaturen unter Null und er mag weder Wind noch brennende Sonne. Der Boden sollte tiefgründig und locker sein. All diese Gegebenheiten in Sachen Klima, Boden, Niederschlag sind vereint in einem schmalen Streifen rund um den Bauchspeck unseres Planeten. Hier ist der Kaffee heute Zuhause.

 

5 Fakten zum Kaffee und Kaffee-Genuss

So mancher Mythos umweht die Kaffeebohne und auch den fertig gebrühten Kaffee. Wir gehen so manchem Vorurteil auf die Schliche und gehen auch dorthin, wo es so richtig weh tut. Unsere 5 Fakten zum Kaffee!
 

Kaffee ist gesund!

Klinischen Studien zufolge verringert Kaffee das Risiko an unterschiedlichen Krebsarten zu erkranken und wirkt sich nebenbei noch positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Den schlechten Ruf in Sachen Gesundheit hat Kaffee vollkommen zu Unrecht. Manche Kaffeetrinker kombinieren Kaffee mit zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol, Nikotin und fettem Essen. Diese Kombination ist alles andere als gesund.
 

Kaffee als Strafe

Der schwedische König Gustav III. wollte den Nachweis erbringen, dass Kaffee ein todbringendes Gift sei. Er ließ zwei zum Tode verurteilte Sträflinge begnadigen und nahm diese als „Versuchstrinker“ zu sich an den Hof. Häftling A musste, Tag ein Tag aus, Tee trinken. Häftling B war der Kaffee-Trinker. Beide Häftlinge sollten die überwachenden Mediziner und den König höchstselbst überleben. Soviel zum Gift …
 

Jeder liebt Kaffee

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Selbst Bier und Mineralwasser können Kaffee nicht das Wasser reichen. 8 von 10 Deutschen trinken täglich Kaffee.
 

Kaffee als Dünger

Dank eines organisch gebundenem Stickstoffgehalts ist aufgebrühter Kaffeesatz ein vorzüglicher Dünger für Rosen und andere Zierpflanzen. Kalium, Phosphor und andere Mineralstoffe sind förderlich für die Entwicklung des Pflanzenwuchs.
 

Der Kaffee-Kater

Auch wenn Kaffee nicht zum Suchtstoff taugt, gibt es einen fiesen „kalten Entzug“, verzichtet man von jetzt auf gleich auf die braune Brühe. Kaffee weitet die Gefäße; soviel zum medizinischen Binsenwissen. Wer dem Körper von heute auf morgen den Kaffee-Kick vorenthält, der läuft in einen waschechten Kater. Weniger Durchblutung bedeutet Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel bis hin zur zwischenzeitlichen Stimmungstrübung. Der ein oder andere Mediziner sagt sogar Kaffee sei die legalste Droge des Erdballs. Soweit würden wir natürlich nicht gehen.